Guatemala Radio bringt Bildung und Glaube ins kleinste Dorf

Punkt 20 Uhr ertönt aus dem Kofferradio eine Melodie aus Tschaikowskis Nussknacker-Suite. Eine markante Stimme kündigt an: „El maestro en casa“, zu Deutsch: „Der Lehrer zu Hause“. Dann heißt es für Miriam Bonanos Reyes: zuhören, rechnen, keine Aufgabe verpassen.

Von den Lokalnachrichten über Kinderkatechese und Radioschule bis zur Sonntagsmesse begleitet „Radio Quiché“ die Menschen als meistgehörter Sender der Region – seit 1969. Fotos: Pohl/Adveniat

Die junge Mutter ist eine von 40.000 Radioschülern in der Provinz El Quiché – im Nordwesten Guatemalas. Wie viele Menschen aus armen, meist indigenen Familien, hat sie als Kind keine Schule besucht. „Radio Quiché“ gibt ihr die Chance auf einen Schulabschluss. Die Abschlusszeugnisse sind anerkannt und gleichwertig mit denen staatlicher Schulen.

Mit seinen Radio-Lektionen ist der kleine, kirchliche Sender zu einer der wichtigsten Bildungseinrichtungen für die Armen geworden. Doch für die Menschen im Bergland von Quiché ist „ihr“ Kirchenradio noch viel mehr.

Radio Quiché ist ihr täglicher Begleiter und Ratgeber. Mit einem Programm, das den Glauben und die christlichen Werte stärkt, die Evangelisierung unterstützt und das Selbstbewusstsein der Menschen mit indigenen Wurzeln durch Radioschul-Unterricht in fünf indigenen Sprachen fördert.

Gemeinsam treffen sich die Radioschüler am Wochenende in einem improvisierten Klassenraum. Hier wiederholen sie die Lektionen der Woche, helfen sich gegenseitig und prüfen, ob jeder den Lernstoff richtig verstanden hat.
Mit einer kleinen Druckmaschine verlegen die Radio-Lehrer ihr Schulprogramm für rund 40.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Freudestrahlend nehmen Miriam und die anderen Radioschüler ihre Zeugnisse in Empfang. Dafür sind sie extra in die Provinzhauptstadt gekommen.

Nachrichten, Mitmach-Kirche und Musik.

Vom frühen Morgen bis zum Beginn des abendlichen Schulprogramms sendet Radio Quiché aktuelle Nachrichten, lokale Reportagen und Musik. Lokale Vereine, Gemeinde- und Jugendgruppen gestalten Live-Sendungen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen, das Bistum überträgt die Heilige Messe sowie Sendungen zur Kinderkatechese und beantwortet Hörerfragen zu spirituellen Themen rund um die Familie und den Alltag der Menschen.

So befähigt der kleine Sender die arme, indigene Bevölkerung dazu, die politische und gesellschaftliche Zukunft ihrer Heimat mit zu bestimmen.

Monsignore Julio Edgar Cabrera Ovalle, Bischof der Diözese El Quiché, ist überzeugt, dass „das Radio ein Mittel ist, mit dem Menschen und Gemeinschaften in der Menschheit gewinnen können. Kommunikation ist für das Leben so wichtig, wie Nahrung, Obdach und Gesundheit."

„Ich wünsche mir eine junge Generation, die durch eine ganzheitliche Ausbildung gut vorbereitet für das Leben und gut für unser Land ist. Das ist mein Traum und wir tragen dazu bei.“

Guillermina Herrera Peni, Direktorin des Alphabetisierungs- und Bildungsprogramms bei Radio Quiché

Der Glaube gibt den Menschen in Lateinamerika und der Karibik Kraft für ihren oft schwierigen Alltag. Die Förderung von Projekten einer missionarischen Kirche gehört deshalb zu den grundlegenden Aufgabe von Adveniat. Ihre Spende leistet dazu einen unersetzlich wertvollen Beitrag.

Für Verkündigung, Katechese und lebendigen Glauben.

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Carmen Martínez
Abteilung Spenderkommunikation
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