Häufige Fragen zum Thema Nachlass

Warum sollte ich ein Testament machen?

Mit einem Testament behalten Sie alle Fäden in der Hand!

Wenn es darum geht, einen Angehörigen für besondere Loyalität und Liebe auszuzeichnen oder umgekehrt Verwandte, mit denen man im Streit liegt, soweit wie möglich von der gesetzlichen Erbfolge auszuschließen, so ist ein Testament ein probates Mittel. Durch ein Testament können Sie Ihren gesamten Nachlass oder auch einzelne Vermögenswerte wie zum Beispiel eine Immobilie oder eine Geldsumme an jeden, auch an von Ihnen ausgewählte Hilfsorganisationen oder Stiftungen zuwenden.

Allerdings will der Gesetzgeber zwischen Ihrem Recht auf freie Entscheidung und den Ansprüchen engster Familienangehöriger auf Teilhabe an Ihrem Nachlass einen Ausgleich schaffen. So sind Ihre Kinder, Eltern und Ihr Ehegatte in der Regel pflichtteilsberechtigt und erhalten die Hälfte des gesetzlich zustehenden Erbteils, wenn sie in Ihrem Testament nicht oder nur zu einem geringeren Teil bedacht sind.

Was passiert, wenn ich es nicht tue?

Ohne Testament liegt die Nachlass-Regelung in der Hand des Gesetzes.

Die gesetzlichen Regeln sind klar: Der Nachlass eines Menschen steht den direkten Verwandten zu. Die Verteilung erfolgt nach einem festen Schlüssel (siehe Tabelle) – völlig gleichgültig, wie nahe Sie diesen Menschen im Leben gestanden haben. Geliebte Freunde, Patenkinder und treue Helfer gehen ohne ein Testament grundsätzlich leer aus.
Haben Sie keine lebenden Verwandten, so erbt die Staatskasse.

So errechnen sich die Anteile an Ihrem Nachlass:

Die Reihenfolge, nach der die Mitglieder Ihrer Familie erben, ist hierarchisch durch fünf sogenannte Ordnungen geregelt. Und auch innerhalb der fünf Ordnungen sind Reihenfolge und Erbanteile festgelegt. Grundsätzlich gilt das Prinzip: Verwandte einer nachrangigen Ordnung haben keinen Erbanspruch, solange Nachkommen einer vorrangigen Ordnung leben.

Ihrem/Ihrer PartnerIn stehen der komplette Hausrat sowie die Hälfte der sogenannten „Erbmasse“ bei bestehender Zugewinngemeinschaft zu. Die verbleibende Hälfte teilen sich Ihre Kinder. Sollten diese bereit verstorben sein, so erhalten eventuell vorhandene Enkel den entsprechenden Anteil. Sind Sie kinderlos geblieben, so hat Ihr/e EhepartnerIn Anspruch auf drei Viertel des gesamten Erbes – das letzte Viertel erben die Verwandten 2. Ordnung usw.

Für den Fall, dass Sie keine Kinder oder Enkelkinder mehr haben, würden die Erben 2. Ordnung zum Zuge kommen. Das sind Ihre Eltern und deren Nachkommen, also auch Ihre Geschwister, Nichten und Neffen. Falls es hier keine Verwandten gibt, würden Ihre Großeltern bzw. deren Nachkommen erben, also auch Ihre Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen (Erben 3. Ordnung). Sollte es auch in diesem Kreis keine lebenden Verwandten mehr geben, kämen die Erben 4. oder 5. Ordnung zum Zug.

Das klingt grundsätzlich logisch, kann aber zum Problem werden. Zum Beispiel, wenn Sie Ihren Enkeln oder einer Nichte eine größere Summe zuwenden wollen. Nach der gesetzlichen Erbfolge hätten sie gar kein Recht auf einen eigenen Anteil. Eine Hälfte Ihres Nachlasses steht dem Ehepartner bzw. der Partnerin zu, die andere Hälfte teilen sich Ihre Kinder.

Nur mit einem Testament können Sie diese Verteilung gezielt ändern.

Wie muss ein Testament aussehen?

So verfassen Sie ein gültiges Testament:

Ein Testament aufzusetzen ist nicht schwer – Stift und Papier reichen auch heute noch im Prinzip völlig aus. Lediglich ein paar einfache Regeln sind zu beachten. Folgende Formen des Testaments sind möglich:

Das eigenhändige Testament

Hierbei muss jeder Buchstabe auch tatsächlich mit der Hand und nicht mit dem Computer oder der Schreibmaschine geschrieben werden. Das Testament muss zudem von Ihnen unterschrieben werden, am besten mit Vor- und Zunamen, um Verwechslungen auszuschließen. Ein Testament soll auch Angaben zu Ort und Datum der Erstellung enthalten. Die Angabe des Datums ist wichtig, wenn mehrere Testamente existieren, denn nur das jüngste Testament ist gültig und hebt ein widersprechendes älteres Testament auf.

Jede nachträgliche Änderung muss ebenfalls handschriftlich erfolgen und sollte erneut mit
Datum, Ort und Unterschrift bestätigt werden.

Das notarielle Testament

Diese Form des Testaments wird manchmal auch „öffentliches Testament“ genannt. Es wird in Ihrem Auftrag von einer Notarin bzw. einem Notar aufgesetzt. Dazu erklären Sie in der Kanzlei – also öffentlich und unter Zeugen – Ihren letzten Willen.

Dieser wird dann als rechtsgültige Urkunde aufgezeichnet und von Ihnen mit Ihrer Unterschrift bestätigt. Das Amtssiegel des Notariats beglaubigt die Echtheit. Die Kosten richten sich – das ist für viele Menschen überraschend – nach dem Vermögenswert, nicht nach dem Aufwand für die Beratung. Sie sind in einer Gebührentabelle verbindlich festgelegt.

Besondere Form: Das gemeinschaftliche Testament

Ehegatten und eingetragene LebenspartnerInnen können statt einzelner Testamente auch einen gemeinsamen letzten Willen formulieren, das gemeinschaftliche Testament – auch „Berliner Testament“ genannt.

Da dieses Testament den überlebenden Partner zu 100 % an die gemeinsam beschlossenen Ausführungen bindet und nicht geändert werden kann, sollten Sie sich zum gemeinschaftlichen Testament auf jeden Fall von einer Rechtsanwältin oder einem Notar umfassend beraten lassen.

Achtung:

Diese Testamentsformen sind ungültig!

Auch wenn es verwunderlich erscheint: Bis heute ist ein Computerausdruck oder Schreibmaschinen-Schriftstück mit Ihrer Unterschrift ohne notarielle Beglaubigung rechtlich

wertlos. Das Gleiche gilt – anders als in vielen Hollywood-Filmen und Krimiserien dargestellt - für Videoaufnahmen. Dass SMS, Postings in Social-Media-Portalen wie Facebook oder WhatsApp-Nachrichten auf gar keinen Fall als „Letzter Wille“ gelten, sollte selbstverständlich sein.

Muss das Testament von einem Notar beglaubigt werden?

Nicht in jedem Fall.

Wenn Sie Ihr Testament vollständig handschriftlich verfassen und Sie als Verfasser erkennbar sind, reicht Ihre Unterschrift rein rechtlich völlig aus. Ort und Datum sollten angegeben werden (siehe oben).

Falls Sie umfangreiche, von der gesetzlichen Erbfolge abweichende Anweisungen und Wünsche niederlegen wollen, so empfehlen wir Ihnen, die Dienste eines Rechtsanwaltes oder Notars in Anspruch zu nehmen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie mit Streitigkeiten unter Ihren Erben rechnen oder mit der Weigerung, Ihren letzten Willen als verbindlich anzuerkennen.

Was muss im Testament vermerkt sein, wenn ich Adveniat etwas vererben möchte?

Formulieren Sie so klar wie möglich.

Wenn Sie Adveniat etwas vererben wollen, muss Ihr Testament dazu folgende Informationen enthalten:

  • Art und Umfang des Erbes oder Vermächtnisses, zum Beispiel „Adveniat soll zur Hälfte gemeinsam mit Frau oder Herrn xy mich beerben“ oder zum Beispiel „einen Betrag von 10.000,00 Euro erhalten“ oder einen prozentualen Betrag dessen, was zum Zeitpunkt Ihres Ablebens übrig geblieben sein wird.
  • die genaue Bezeichnung: Bischöfliche Aktion Adveniat e.V.

Gut zu wissen:

Die Bischöfliche Aktion Adveniat e.V. und die Adveniat Stiftung sind vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt und bei Erbschaften, Vermächtnissen und Schenkungen steuerbefreit.

Das von Ihnen zugewandte Vermögen kommt deshalb ungeschmälert unserer Arbeit für die Armen in Lateinamerika und der Karibik zugute.

Wo bewahrt man ein Testament am besten auf?

Sicher, aber auffindbar.

Ihr letzter Wille kann nur dann erfüllt werden, wenn er nach Ihrem Tod tatsächlich gefunden wird. Es gilt daher, einen sicheren Ort zu wählen, um Diebstahl oder unfreiwillige Veröffentlichung zu vermeiden – und zugleich dafür zu sorgen, dass es zum gegebenen Zeitpunkt möglichst zeitnah eröffnet und in Ihrem Sinne vollstreckt werden kann. Dazu haben Sie folgende Möglichkeiten:

1. Zuhause an einem Ort Ihrer Wahl. Diesen sollten Sie einer Person Ihres Vertrauens mitteilen.

2. Beim Notar. Das bietet sich an, wenn das Testament ohnehin notariell abgefasst wird.

3. Beim Amtsgericht. Jedes Amtsgericht in Deutschland übernimmt gegen geringe Gebühr

die Aufbewahrung Ihres Testaments und sorgt nach Ihrem Tod für die ordnungsgemäße Eröffnung.

Gut zu wissen:

Auch wenn Ihr Testament von jemand anderem als der von Ihnen dazu ins Vertrauen gezogenen Person aufgefunden wird – z.B. bei der Suche nach Ihren persönlichen Papieren oder der Auflösung Ihrer Wohnung – so ist jeder Finder verpflichtet, dieses umgehend dem Nachlassgericht auszuhändigen, damit es vollstreckt werden kann.

Wer setzt meinen letzten Willen durch und löst meinen Nachlass auf?

Der Testamentsvollstrecker:

Sie können entscheiden – oder das Gericht bestimmen lassen.

Sowas brauche ich nicht, ich habe ja nicht viel zu vererben“, denken sich viele, wenn Sie den Begriff Testamentsvollstrecker hören. Dabei gibt es gute Gründe, die dafür sprechen, sich zu Lebzeiten sehr genau zu überlegen, wer als fairer und unbestechlicher Treuhänder Ihren letzten Willen durchsetzen soll.

Sie sollten einen Testamentsvollstrecker einsetzen...

  • wenn Sie Ihr Vermögen ganz oder teilweise sehr jungen, geschäftlich unerfahrenen oder noch nicht volljährigen Erben anvertrauen möchten.

  • wenn Sie die Aufteilung oder Verwaltung Ihres Nachlasses für schwierig oder sehr zeitaufwändig halten.

  • wenn Sie über erhebliche, eventuell international aufgestellte Vermögenswerte verfügen.

  • wenn Sie trotz Testament mit einiger Wahrscheinlichkeit Erbstreitigkeiten erwarten oder die Erben untereinander keinen Kontakt haben.

Wer eignet sich als Testamentsvollstrecker?

Grundsätzlich können Sie jede Person Ihres Vertrauens mit dieser Aufgabe betrauen – von zwei Ausnahmen abgesehen: Der Notar, der Ihr Testament beurkundet und Ihr Alleinerbe oder alleiniger Vorerbe dürfen grundsätzlich nicht zugleich auch Testamentsvollstrecker sein.

Ihren Testamentsvollstrecker ernennen Sie ganz einfach durch eine entsprechende Bestimmung in Ihrem Testament. Sie können dabei nicht nur eine, sondern auch mehrere Personen einsetzen. Zum Beispiel:

  • Ihren Ehe- oder Lebenspartner

  • Einen nahen Verwandten oder Freund

  • Ihren Anwalt oder Steuerberater

  • Einen Verein oder eine Vermögensberatungsgesellschaft.

Falls Sie sich außer Stande sehen, einen geeigneten Testamentsvollstrecker auszuwählen, so können Sie auch das Nachlassgericht mit der Wahl betrauen. Dies erfolgt ebenfalls durch einen entsprechenden Vermerk in Ihrem Testament oder eine beglaubigte Erklärung.

Gut zu wissen:

Für den Fall, dass Sie keine Hinterbliebenen haben, übernimmt Adveniat als Erbe auf Ihren Wunsch auch die Nachlassabwicklung: Von der Bestattung und Grabpflege über die Wohnungsauflösung bis zur Übertragung der Vermögenswerte. Dabei regeln wir alles mit größter Sorgfalt und Genauigkeit. Bei Bedarf binden wir zusätzlich erfahrene Anwälte für Erbrecht ein, die eine korrekte und wunschgemäße Abwicklung begleiten.

Wo erhalte ich aktuelle Informationen und Beratung?

Vertraulich und vertrauenswürdig!

Wer damit beginnt, seinen Nachlass zu regeln, ist aus vielen Gründen auf gegenseitiges Vertrauen angewiesen. Das Thema Testament weckt Begehrlichkeiten, bei möglichen Erben ebenso, wie beim Finanzamt. Umso wichtiger ist es, sich auf die Diskretion und Professionalität der Partner verlassen zu können, bei denen man sich informiert und Rat sucht.

Fachliche Beratung rund um Form und Recht

erhalten Sie bei Ihrem Notar, Steuerberater und Rechtsanwalt. Adveniat selber führt jedoch keine Rechtsberatung durch. Die Bundesanwaltskammer und die Bundesnotarkammer nennen Ihnen kompetente Fachleute in Ihrer Nähe. Auf Wunsch nennen wir Ihnen auch einen Rechtsanwalt, mit dem wir schon gute Erfahrungen gemacht haben.

Die Erstberatung ist häufig kostenlos – ansonsten gilt die jeweilige Gebührenordnung.

Alle wichtigen Fakten zum Thema „Nachlass für eine bessere Welt“ auf einen Blick

Damit Sie sich in aller Ruhe „schwarz auf weiß“ informieren können, haben wir eine Broschüre zum Thema Nachlass zusammengestellt. Diese können Sie – natürlich kostenlos und unverbindlich – hier anfordern: markus.krings(at)adveniat(dot)de

Wozu verwendet Adveniat meinen Nachlass?

Mit dem Geld, das Adveniat aus einer Erbschaft oder einem Vermächtnis erhält, werden Projekte in Lateinamerika und der Karibik gefördert, die insbesondere den Armen bzw. armen Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen.

Dabei ist es auch möglich, den Verwendungsbereich Ihres Erbes einzugrenzen, dass es zum Beispiel für den Unterhalt und die Arbeit von Ordensleuten eingesetzt werden soll, für den Aufbau oder die Unterstützung pfarrgemeindlicher Arbeit, für Projekte, in denen Jugendliche im Fokus stehen oder für die Priesterausbildung.

Ihre Ansprechpartner bei Adveniat:

Selbstverständlich können wir hier im Internet nur einige wenige, häufig gestellte Fragen beantworten. Darüber hinaus stehen wir Ihnen aber jederzeit gern persönlich für eine ausführliche Beratung zur Verfügung.

Markus Krings: markus.krings(at)adveniat(dot)de, 0201 1756 151

Anne Oelmann: anne.oelmann(at)adveniat(dot)de, 0201 1756 131